Online-Trading: So entlarven Sie Betrüger

Stand:
„Reich werden durch Online-Trading“ versprechen vermeintliche Trading-Experten. Fallen Sie nicht darauf rein! Sonst fließt Ihr Geld in die Tasche Krimineller.
Schmuckbild: Abzockmasche Trading-Plattformen

Das Wichtigste in Kürze:

  • Betrügerische Trading-Plattformen locken ihre Opfer über Social Media mit der Aussicht auf riesige Gewinne.
  • „Persönliche Berater“ nehmen direkten Kontakt auf, überreden Sie zu investieren oder spähen Ihre Daten aus.
  • Die auf den Plattformen angezeigten Kurse und Gewinne wirken real, sind aber vollständig gefälscht.
  • Sobald Sie kein Geld mehr einzahlen oder Auszahlungen verlangen, bricht der Kontakt ab.
On

Online-Trading – Betrügerische Anbieter machen sich breit

Online-Trading liegt im Trend. Aktien, Investmentfonds oder noch risikoreichere Produkte wie CFDs, hierbei handelt es sich um Differenzinvestments, oder Kryptowährungen sind mit einem Klick gekauft oder verkauft. Doch nicht alle Anbieter sind seriös – unter ihnen tummeln sich Betrüger, die besonders über die sozialen Medien ihr Anlagekonzept bewerben. Dafür missbrauchen die Kriminellen den guten Ruf von Prominenten oder von bekannten Fernsehsendungen. Wer auf eine solche Werbung reagiert, macht ganz sicher keine Gewinne. Das eingezahlte Geld ist in aller Regel verloren. Nicht selten liegen die finanziellen Verluste der Geschädigten im fünfstelligen Bereich.

Wie funktioniert der Trading-Betrug?

Am Anfang steht oft eine auffällig im Internet platzierte Werbung - meist auf Social-Media-Plattformen. Dabei werden Botschaften transportiert wie „Reich werden mit Kryptowährungen“. Sobald Sie Interesse zeigen, meldet sich ein „persönlicher Berater“. Dieser fordert Sie auf, ein Konto auf einer bestimmten Plattform zu eröffnen und eine erste Einzahlung zu leisten, meistens 250 Euro. Die Betrüger geben vor, Ihr Geld zu investieren und damit traumhafte Gewinne zu erzielen. Zu diesem Zweck erstellen sie nicht-existente Handelsplattformen, gefälschte Kontoübersichten und frei erfundene Kurs-Charts. Um Sie zu immer größeren Investitionen zu bewegen, bauen die Kriminellen persönlichen Kontakt auf. Sie verwickeln Sie in Gespräche über Ihre Familie und Ihre persönlichen Lebensumstände. Die Hürde sich von den angeblichen Beratern zu trennen, wird damit immer höher.

So endet es

Sobald Sie erste Zweifel anmelden oder gar Aus- und Rückzahlungen anfordern, geht es schnell: Überraschend soll der Verlust des Kapitals eingetreten sein. Oder Auszahlungen werden davon abhängig gemacht, dass Sie weitere Beträge einzahlen: Angeblich sind Gewinnsteuern zu bezahlen, Verwaltungskosten zu begleichen oder eine Sicherheit wegen angeblicher Geldwäschevorschriften zu leisten. Haben Sie die Masche durchschaut und sind nicht mehr bereit, weiteres Geld nachzuschießen, bricht auch der Kontakt ab. Berater und Plattformen sind dann nicht mehr zu erreichen.

So schützen Sie sich

  • Glauben Sie keinen Gewinnversprechen. Seriöse Plattformen stellen vor allem die einfache Handhabung, ein vielseitiges Angebot und niedrige Trading-Kosten in den Vordergrund. Unseriöse Anbieter werben hingegen mit besonders guten Renditeaussichten.
  • Prüfen Sie den Anbieter: Verfügt die Plattform über ein Impressum? Finden Sie dort Angaben zur Registrierung des Unternehmens und der zuständigen Aufsichtsbehörde? Verfügt der Anbieter über eine Adresse im Inland und diese Adresse real? Ist er über eine deutsche Festnetznummer oder nur mobil oder über Telefonnummern im Ausland zu erreichen? Falls sie eine dieser Fragen verneinen, sollten Sie nicht investieren.
  • Trading-Plattformen müssen Sie bei der Anmeldung umfassend über die Investition und deren Risiken informieren. Um Ihre Identität zu bestätigen, ist ein Post- oder Video-Ident-Verfahren durchzuführen. Fehlen solche Informationen oder ist der Zugang sehr einfach, haben Sie es mit Kriminellen zu tun.
  • Seriöse Anbieter stellen eine Vielzahl von Einzahlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Seien Sie skeptisch, falls Sie nur per Überweisung oder Kreditkarte einzahlen können und investieren Sie im Zweifel nicht. Niemals sollten Sie darauf eingehen, zunächst Kryptowährungen zu erwerben, um diese dann zu investieren. Deren Verbleib ist nicht mehr nachzuvollziehen. Leisten Sie keine Einzahlungen auf Auslandskonten.
  • Sehr wichtig: Kein seriöser Anbieter wird von Ihnen verlangen, dass Sie ihm Zugang zu Ihrem Computer oder Smartphone verschaffen. Lassen Sie niemanden auf Ihre Geräte zugreifen!
  • Leider sind die Aussichten, Ihr eingezahltes Geld zurückzuerhalten, sehr schlecht. Die Betrüger agieren vom Ausland aus und sind praktisch nicht ermittelbar.
  • Wenden Sie sich an ihre Bank. In seltenen Fällen lässt sich das Geld noch zurückholen, zumindest bei Kreditkartenzahlungen.
  • Erstatten Sie Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder der Online-Wache. Ihre Hinweise können dazu beitragen, die Täter zu ermitteln.

Mehr zum Thema:

So erkennen Sie unseriöse Online-Tradingplattformen

Investment-Angebote auf Social Media – schnelles Geld oder große Pleite?

Vorsicht vor Trading-Plattformen

BMUV-Logo

Hände mit Geldbörse und Taschenrechner von Rechnungen

Musterfeststellungsklage gegen GASAG AG

2. Dezember 2021: Kunden:innen der GASAG in der Grund- oder Ersatzversorgung mit Gas zahlten vor diesem Datum 6,68 Cent pro Kilowattstunde. All jene Verbraucher:innen, bei denen der Belieferungsbeginn zwischen dem 2. Dezember 2021 und dem 30. April 2022 lag, zahlten mehr als 18 Cent. Der Tarif für Bestandskund:innen blieb wesentlich günstiger. Davon betroffen sind zehntausende Verbraucher:innen. Für sie kann sich der Preisunterschied schnell auf hunderte von Euro summieren und existenzbedrohend sein. Der vzbv hält das „Zweiklassensystem“ der GASAG für unrechtmäßig und will mit der eingereichten Musterfeststellungsklage den Betroffenen helfen.
Hände mit Geldbörse und Taschenrechner von Rechnungen

Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) klagt erfolgreich gegen die GASAG AG

Das Kammergericht hat die Tarifspaltung des Berliner Gasgrundversorgers für unzulässig erklärt. Daraus können sich hohe Nachforderungen derjenigen Verbraucher:innen ergeben, die in den teuren Neukundentarif gefallen waren. Das letzte Wort wird aber wohl der Bundesgerichtshof haben.
Fernbedienung wird auf Fernseher gerichtet

Unrechtmäßige Gebühren auf service-rundfunkbeitrag.de: Sammelklage eröffnet

Nach einer Abmahnung kündigten die Betreiber von www.service-rundfunkbeitrag.de an, unrechtmäßig erhobene Gebühren zurückzuzahlen. Dies ist jedoch in vielen Fällen nicht geschehen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat eine Sammelklage eingereicht. Betroffene können sich jetzt für die Klage anmelden.